Radurlaub in Frankreich

Das Land der Tour de France kann man sehr gut mit dem Fahrrad erkunden – mit ca. 2.600 km Fahrradwegen ist Frankreich ein Eldorado für Radfahrer.

Die Fahrradkultur in Frankreich ist einmalig. Radlerfreunden steht eine große Auswahl an Radclubs zur Verfügung, von denen viele auf Wettkampf ausgerichtet sind und bereits das eine oder andere Talent gefördert haben. Das Fahrradfahren hat sich längst in den Alltag der Franzosen verankert – es ist nichts Ungewöhnliches, nach einem Hupsignal das breite Lächeln des Autofahrers zu sehen und ein aufmunterndes „allez, allez“ zugerufen zu bekommen.

Frankreich bietet eine attraktive Radinfrastruktur, die weltweit zu den besten zählt – kilometerlange, verkehrsfreie Radwege, die sich durch wunderschöne Landschaften schlängeln. Auf Bergtouren werden Sie vor jedem Anstieg Schilder finden, auf denen angegeben wird, wie viele Kilometer es bis zum Gipfel sind, welche Steigung der nächste Kilometer aufweist und weitere nützliche Infos, die einen guten Überblick über die Routen der berühmten Gebirgspässe bieten.

Lesen Sie weiter und entdecken Sie unsere Lieblingsregionen für Radvergnügen in Frankreich – egal, ob Sie einen gemütlichen Familienurlaub auf zwei Rädern planen, vorhaben, sich allein auf den Sattel zu schwingen und sich selbst herauszufordern oder einfach Fahrradausflüge in netter Begleitung und im eigenen Rhythmus unternehmen möchten.

Loiretal

Fahrradurlaub im Loiretal bietet unvergessliche Erlebnisse im Herzen Frankreichs für sowohl kleine als auch große Abenteurer. Das Loiretal erstreckt sich über 280 km von Orleans bis zur Atlantikküste – eine traumhafte Landschaft mit familienfreundlichen Radstrecken, die für alle Altersgruppen und Fitnesslevel geeignet sind. Bereits der französische Adel wusste die Naturwunder dieser märchenhaften Region zu schätzen und heute säumen über 400 Burgen und Schlösser die Ufer der Loire und ihre Nebenflüsse. Dieses Gebiet zählt außerdem zu den wichtigsten französischen Weinregionen.

Eine der beliebtesten Radstrecken im Loiretal ist die Loire à Vélo. Diese Strecke, auch als Loire-Radweg bekannt, umfasst 600 km perfekt ausgebaute und beschilderte Radwege sowie ruhige Landstraßen, die Radtouristen an der Loire (Frankreichs längster Fluss) durch einzigartig schöne Landschaften von Schloss zu Schloss führen. Die Route ist ideal für Familien mit Kindern, da es auf dem gut befahrbaren Radwegenetz viel zu entdecken gibt: mittelalterliche Städte, beeindruckende Brücken und vieles mehr.

Wir empfehlen die Route von West nach Ost: von der Mündung der Loire am Atlantik stromaufwärts bis nach Nevers. Auf dieser Strecke werden Sie mehr Fahrräder als Autos sehen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass hier fahrradfreundliche Hotels, Campingplätze und Cafés nicht schwer zu finden sind. Der Loire-Radweg ist insbesondere für die flache Landschaft sowie die verkehrsarmen Straßen bekannt und eignet sich deshalb bestens für Einsteiger und Familien.

Auf einer Reise durch das Loiretal sollten Sie auf jeden Fall die Hauptstadt Tours besuchen. Eingebettet im Garten Frankreichs, zwischen den Flüssen Loire und Cher beeindruckt diese Universitätsstadt mit gotischer Architektur und gut erhaltenen Fachwerkhäusern.

Kulturfreunde kommen im Loiretal auch nicht zu kurz. Zu den berühmtesten Stätten zählt das Schloss Clos Lucé in Amboise, ein absoluter Magnet für Kulturbegeisterte. Das Universalgenie Leonardo da Vinci verbrachte hier seine letzten Jahre. Heute beherbergt das eher unscheinbare Schloss ein sehenswertes Museum, in dem die ehemaligen Werkstätten und Wohnräume Leonardos zu sehen sind sowie zahlreiche Replikate von Bildern, Skizzen und Modellen.

Unser Tipp: Planen Sie auch ausreichend Zeit für die Erkundung des Schlossparks ein.

Provence und Französische Riviera

Die französische Riviera oder Côte d'Azur, zu Deutsch „azurblaue Küste“, liegt am Mittelmeer und ist weltweit für ihren Glamour und das luxuriöse Flair bekannt. Mit ca. dreihundert Sonnentagen im Jahr eignet sich dieses Reiseziel perfekt für Radreisen, Strandurlaub, Entspannung oder ein bisschen von allem. Entdecken Sie die Badeorte Cannes und Nizza, das ehemalige Fischerörtchen Saint-Tropez und das Fürstentum Monaco auf zwei Rädern und im eigenen Rhythmus.

Unweit der Küste gibt es ein gut ausgebautes Netz von Bergstraßen, die grenzenloses Radvergnügen versprechen. Tatsächlich trainieren hier einige der renommiertesten Radrennfahrer – Tadej Pogačar und Chris Froome haben sich beide an der französischen Riviera niedergelassen.

Der Turini-Pass (Col de Turini) zählt zu den bekanntesten Pässen der südlichen Seealpen im Hinterland der Côte d'Azur. Auf der anspruchsvollen und über 133 km langen Strecke legen Radfahrer ganze 3500 Höhenmeter zurück. Von Nizza aus führt die Route über die mittlere Küstenstraße (Moyenne Corniche) auf kurvenreichen Straßen entlang einer Felswand ins Landesinnere. Der erste Gebirgspass Col de Braus ist nur 10 km lang und weist eine durchschnittliche Steigung von 6,3 % auf. Der Pass bietet die perfekte Gelegenheit, sich für die anstehende Strecke aufzuwärmen.

Der Col du Turini ist mit 1.604 m der höchste Gebirgspass der französischen Seealpen. Die Serpentinen führen über 24 km bis zur Spitze. Von dort aus fehlen noch weitere 50 km, aber diesmal bergab durch grüne Wälder und mit einer atemberaubenden Aussicht über das Gebirge und schließlich auch auf das Mittelmeer.

Die Verdonschlucht, auf Französisch Gorges du Verdon, bietet einen Panoramablick ohnegleichen. Diese Schlucht, auch als der Grand Canyon Frankreichs bekannt, ist ideal zum Schwimmen, Rafting, Wandern und Radfahren. Es ist der Mühe wert, mit dem Fahrrad die kreisförmige Straße bis zum Gipfel hochzufahren, um die eindrucksvolle Verdonschlucht von oben zu bestaunen. Die Strecke beträgt insgesamt ca. 111 m und man kann beim Aufstieg die Bergstraße auf der anderen Seite sehen, die man anschließend erreichen wird. Ein Teil der Strecke führt über die hoch gelegene Vogesenkammstraße (Routes des Crêtes). Die Aussicht von hier oben ist spektakulär. Achten Sie allerdings auf die Autos, denn die Straßen sind recht verkehrsreich.

Aiguines ist der ideale Ort für einen Zwischenstopp oder eine Übernachtung. Das kleine Dorf ist in eine traumhafte Landschaft eingebettet und bietet eine wunderbare Aussicht auf die Verdonschlucht, den See von Sainte-Croix und ein Renaissanceschloss in Privatbesitz. Hier gibt es unzählige Wanderwege und attraktive Klettergärten.

Nizza ist der perfekte Ausgangspunkt zur Erkundung der französischen Riviera und des oben genannten Dorfs. Die Stadt an der Côte d‘Azur lockt mit lebhafter Atmosphäre und abwechslungsreicher Architektur. Zur Altstadt führen farbenfrohe Straßen mit unzähligen Restaurants, Kunstgalerien und Geschäften. Die weltberühmte Promenade des Anglais lädt zu einem Spaziergang am Strand entlang ein und ist ein bevorzugtes Ziel für Jogger, Inline-Skater und Radfahrer. Verlassen Sie Nizza nicht, ohne den geschichtsträchtigen Colline du Château (Burgberg) zu besuchen, möglicherweise der schönste und romantischste Aussichtspunkt der Stadt.

Routes des Grandes Alpes

Die Routes des Grandes Alpes erstreckt sich über einige der schönsten sowie höchsten Alpenpässe Frankreichs – vom Lac Léman (Genfer See) an der französisch-schweizerischen Grenze geht es über die Alpen bis nach Menton an der Côte d'Azur.

Die Strecke umfasst 770 km und insgesamt über 17.000 Höhenmeter, was mehr als die zweifache Höhe des Mount Everests entspricht. Routes des Grandes Alpes zählt zu den weltweit schönsten Radrouten, doch aufgrund ihres Schwierigkeitsgrades erhält sie nicht die gebührende Anerkennung. Die Bewältigung der gesamten Strecke erfordert Ausdauer und gute Kondition – selbst für die fittesten Radfahrer stellt sie eine große Herausforderung dar. Es ist die Kombination von Distanz, Höhenmetern und Gelände, die diese Route von anderen unterscheidet.

Ein besonderes Gefühl überflutet einen, wenn man auf den Straßen fährt, auf denen einige der härtesten Wettkämpfe der Tour de France stattgefunden haben. Die Route führt über eindrucksvolle Gebirgspässe, wie Col du Galibier und Col de la Colombiere, die jeder Radrennsportfan kennt. Es gibt aber auch weniger bekannte Pässe, die genauso spektakulär sind.

Zu den schönsten und höchsten befahrbaren Alpenpässen zählt der Col d'Iseran mit einem Anstieg von 47 km und einer durchschnittlichen Steigung von 4 %. Der Isèran-Pass schlängelt sich durch kleine Dörfer mit Steinhäusern, führt durch das weltberühmte Skigebiet Val d'Isère und bietet eine spektakuläre Aussicht auf den Nationalpark Vanoise.

Ein weiterer anspruchsvoller Gebirgspass, von dem Sie möglicherweise noch nie gehört haben, ist der Cime de la Bonette. Auch wenn er nicht zur klassischen Strecke der Routes des Grandes Alpes gehört, zählt er zu den beliebten Varianten. Der Anstieg beginnt in einem grünen Tal und endet in einer (buchstäblich) atemberaubenden und mondähnlichen Landschaft, 2.802 m über dem Meeresspiegel. Auf der Spitze stehen Schilder, die diese Passstraße als die höchste asphaltierte Straße Europas preisen (das ist allerdings umstritten).

Diese Strecke ist besonders schön, weil die Landschaft sehr abwechslungsreich ist. Sie führt durch das berühmte Skigebiet Morzine, das auch für seine kulinarischen Spezialitäten bekannt ist. Ein weiteres Highlight dieser Route ist die Bergabfahrt mit eindrucksvollem Blick auf das Mittelmeer, während Sie in Richtung Ziellinie in Menton radeln. Dieser Ort liegt an der Grenze zu Italien, was sich im Ambiente und in den klassischen Gerichten widerspiegelt. Kurz gefasst eignet sich Menton wunderbar, um sich von der faszinierenden Radtour zu erholen.

Die Route des Grandes Alpes umfasst zwar eine wahnsinnige Anzahl an Kilometern, aber Sie müssen nicht unbedingt die ganze Strecke zurücklegen. Sie können die Etappen individuell kürzen und beispielsweise ein Wochenende in dieser atemberaubenden Landschaft einplanen.

Briançon ist der perfekte Ort, um die Gegend zu erkunden. Es ist die höchstgelegene Stadt in Frankreich und nach der Stadt Dacos, die zweithöchste Europas. Hier befinden sich die Vauban Festungen, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Radfreunden stehen viele Routen zur Auswahl, wie beispielsweise die Boucle de l’Izoard, eine 98 km lange Bergroute, die über den legendären Isèran-Pass führt. Der nächstgelegene Flughafen befindet sich in Turin. Briançon kann aber auch von Nizza und Lyon aus erreicht werden.

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