Zur Adventszeit zeigt sich Deutschland von seiner gemütlichsten Seite: Buden mit Lichterketten, dampfender Glühwein, handgemachte Deko und der Duft von Zimt und Gebäck in der Luft. Ob vor imposanter Domkulisse, in mittelalterlichen Altstädten oder auf Schlossplätzen – überall entfalten Weihnachtsmärkte ihren ganz eigenen Charakter. Von Klassikern mit langer Tradition bis hin zu charmanten Geheimtipps: In der Vorweihnachtszeit wird’s landauf, landab besonders stimmungsvoll.
In Hamburg bekommt man gleich mehrere Weihnachtsmärkte serviert – vom traditionellen bis zum etwas verrückteren. Der Klassiker ist der Historische Weihnachtsmarkt auf dem Rathausmarkt, mit Kunsthandwerk, Märchenwald und fliegendem Weihnachtsmann, der regelmäßig über den Markt schwebt. Rund um die Binnenalster reihen sich kleinere Märkte mit Blick aufs Wasser. Wer es ausgefallen mag, besucht den alternativen Markt Santa Pauli auf der Reeperbahn – mit heißen Drinks und etwas frecherem Rahmenprogramm. Kurz: Hamburg kann elegant, entspannt – und abends auch ein bisschen wild.
Weihnachtsmarkt Highlight in Hamburg: Historischer Weihnachtsmarkt am Rathausmarkt
Norddeutschland hat zur Weihnachtszeit seinen ganz eigenen Charme. Ob direkt an der Küste oder in historischen Hansestädten – hier trifft Nordlicht auf Lichterglanz. In Lübeck, der „Weihnachtsstadt des Nordens“, sorgen gleich mehrere Märkte für Stimmung – darunter der historische Markt am Rathaus und der Kunsthandwerkermarkt in der Heiligen-Geist-Halle. Auch Bremen mit seinem stimmungsvollen Markt an der Weserpromenade und rund um den Roland ist besonders in der Dämmerung ein Highlight. Und wer Seeluft liebt, sollte einen Abstecher nach Kiel oder Rostock machen – dort weht der Wind, aber es wird trotzdem (oder gerade deswegen) richtig gemütlich.
Weihnachtsmarkt Highlight in Norddeutschland: Lübecker Weihnachtsmarkt
In Berlin wird Weihnachten alles – nur nicht eintönig. Über 80 Weihnachtsmärkte verteilen sich quer durch die Stadt, und jeder bringt seinen eigenen Charakter mit. Der WeihnachtsZauber am Gendarmenmarkt gilt als elegant und hochwertig – mit Kunsthandwerk, Live-Musik und stilvoller Beleuchtung. Wer es rustikaler mag, schaut am Lucia Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei vorbei – mit skandinavischem Flair, Schwedenfeuer und Rentierwurst. Und wer es alternativ liebt, wird auf dem Klunkerkranich fündig: mit Blick über die Stadt, Streetfood und Glühwein auf dem Parkdeck. Kurzum: In Berlin gibt’s für jede Weihnachtsstimmung den passenden Markt – von klassisch bis kreativ.
Weihnachtsmarkt Highlight in Berlin:
WeihnachtsZauber Gendarmenmarkt
Im Erzgebirge ist Weihnachten mehr als eine Saison – hier ist es eine Lebenseinstellung. Kein Wunder: Die Region gilt als Ursprung vieler deutscher Weihnachtstraditionen. Berühmt ist das Erzgebirge für seine Holzkunst – Schwibbögen, Räuchermännchen und Pyramiden stammen von hier. Auf dem Annaberger Weihnachtsmarkt spürt man diese Tradition an jeder Ecke: Vom riesigen Schwibbogen am Marktplatz bis zur täglichen Bergparade mit Musik und Trachten. In Seiffen, dem Spielzeugdorf schlechthin, verkaufen Familienbetriebe ihre handgefertigten Figuren direkt neben der historischen Rundkirche. Auch Schwarzenberg, Marienberg oder Schneeberg lohnen sich für einen Besuch – mit einer Mischung aus Handwerk, Lichterglanz und der ganz besonderen Ruhe, die man in dieser Region fast überall findet.
Weihnachtsmarkt Highlight im Erzgebirge: Annaberger Weihnachtsmarkt
Sachsen gehört zu den Regionen in Deutschland, in denen Weihnachten besonders liebevoll zelebriert wird. Der wohl bekannteste Markt ist der Striezelmarkt in Dresden, der auf eine über 590-jährige Geschichte zurückblickt und als einer der ältesten Weihnachtsmärkte Europas gilt. Hier steht alles im Zeichen des Dresdner Christstollens, der traditionell mit viel Butter, Rosinen und Puderzucker serviert wird. In Leipzig punktet der Markt mit seiner barocken Kulisse, einer riesigen Weihnachtspyramide und einem historischen Etagenkarussell. Auch Bautzen, Görlitz und Zwickau setzen auf historische Altstadt-Flair, regionale Spezialitäten und kunstvolles Handwerk. Wer durch Sachsen reist, erlebt eine Mischung aus kultureller Tiefe und echter Weihnachtsfreude – mit allem, was dazugehört.
Weihnachtsmarkt Highlight in Sachsen: Striezelmarkt Dresden
Thüringen hat zu Weihnachten viel mehr zu bieten, als viele denken. Einer der schönsten und atmosphärischsten Weihnachtsmärkte ist der Weihnachtsmarkt in Erfurt – direkt vor dem Dom und umgeben von mittelalterlicher Architektur. Besonders stimmungsvoll wird es abends, wenn die riesige Lichtertanne und die Weihnachtskrippe mit lebensgroßen Figuren leuchten. In Weimar und Jena finden sich kleinere, aber sehr charmante Märkte mit regionalem Flair und musikalischem Rahmenprogramm. Wer das Besondere sucht, sollte unbedingt nach Lauscha fahren – dort wird seit Jahrhunderten echter Christbaumschmuck aus Glas geblasen. Auf dem Kugelmarkt kann man nicht nur einkaufen, sondern auch selbst zuschauen, wie die filigranen Kugeln entstehen. Und auf der Wartburg bei Eisenach trifft man auf einen historischen Weihnachtsmarkt, der Tradition, Geschichte und Romantik gekonnt verbindet.
Weihnachtsmarkt Highlight in Thüringen: Weihnachtsmarkt Erfurt
Nordrhein-Westfalen ist zur Weihnachtszeit alles, nur nicht langweilig. In Köln etwa steht der Weihnachtsmarkt direkt vor dem Dom – ein Gänsehautmoment, wenn man mit einem Glühwein in der Hand auf das beleuchtete Kirchenportal schaut. Auch Düsseldorf legt ordentlich nach, mit verschiedenen Themenmärkten quer durch die Innenstadt, und Dortmund trumpft mit einem der größten Weihnachtsbäume Europas auf.
Aber es geht auch kleiner – und genauso schön: Der Aachener Weihnachtsmarkt zum Beispiel punktet mit Printen, Lichterglanz und Ständen rund um Dom und Rathaus. Noch beschaulicher wird’s in Monschau, wo sich der Markt durch schmale Gassen zwischen Fachwerkhäusern schlängelt. Mitten in der Eifel gelegen, wirkt das Ganze fast wie eine kleine Zeitreise in ein winterliches Bilderbuch.
Weihnachtsmarkt Highlight in NRW: Weihnachtsmarkt am Kölner Dom
In Hessen trifft urbanes Flair auf historische Kulisse – gerade zur Weihnachtszeit. Besonders stimmungsvoll wird’s in Wiesbaden, wo der Sternschnuppenmarkt rund um das Kurhaus leuchtet und goldene Lilien (das Stadtwappen) an jeder Ecke funkeln. Auch Frankfurt am Main zeigt, dass Großstadt und Gemütlichkeit gut zusammenpassen: Zwischen Römerberg, Paulsplatz und Mainufer entfaltet sich ein der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands – mit Blick auf die Skyline, Frankfurter Bethmännchen und regionalem Apfelglühwein. Kassel mit seinem Märchenweihnachtsmarkt – passend zur Heimat der Brüder Grimm – ist ebenfalls einen Besuch wert. Wer es kleiner und gemütlicher mag, schaut in Fulda vorbei: Die Barockstadt bietet mit ihrem Weihnachtsmarkt auf dem Universitätsplatz ein festliches Gesamtbild. Egal ob Stadt oder Land – überall gibt’s Handwerk, Leckereien und ganz viel Adventsstimmung.
Weihnachtsmarkt Highlight in Hessen: Sternschnuppenmarkt Wiesbaden
In Rheinland-Pfalz bekommt der Advent ein bisschen Wein-Festival-Charakter – und das ist durchaus positiv gemeint. In Mainz etwa sorgen historische Gebäude und ein riesiger Weihnachtsbaum auf dem Domplatz für eine festliche Kulisse. Auch Trier, die älteste Stadt Deutschlands, bietet mit seinem Markt vor der Porta Nigra eine eindrucksvolle Kulisse. Glühwein aus Winzerhand, regionale Leckereien und stilvolle Geschenkideen gibt’s fast überall. Besonders schön: Viele Märkte setzen auf Kunsthandwerk aus der Region statt auf Massenware.
Weihnachtsmarkt Highlight in Rheinland-Pfalz: Weihnachtsmarkt Mainz
Baden-Württemberg bietet in der Adventszeit eine wunderbar vielfältige Mischung aus historischen Altstädten, Schlössern und liebevoll gestalteten Märkten. Besonders beliebt ist der Mittelalter- und Weihnachtsmarkt in Esslingen, wo Gaukler, Feuerschalen und historische Gewänder für eine Zeitreise in die Vergangenheit sorgen. In Ludwigsburg lockt ein Barock-Weihnachtsmarkt mit filigraner Beleuchtung und eleganter Atmosphäre – fast schon wie ein Lichterballett. Auch Stuttgart und Freiburg bieten stimmungsvolle Märkte mit viel Handwerk und regionaler Küche.
Ein echtes Highlight ist der Heidelberger Weihnachtsmarkt, der sich über mehrere Plätze in der Altstadt verteilt – inklusive romantischem Blick auf das berühmte Schloss. Zwischen der Heiliggeistkirche, der Kornmarkt-Winterwäldchen und dem Universitätsplatz lässt es sich gemütlich schlendern, mit Glühwein, Mandeln und dem berühmten Heidelberger Studentenkuss in der Hand. Besonders schön: die Eislaufbahn auf dem Karlsplatz mit Schlossblick – ein Wintertraum mitten in der Stadt.
Weihnachtsmarkt Highlight in Baden-Württemberg: Weihnachtsmarkt Heidelberg
München zur Weihnachtszeit? Ein echter Klassiker. Die Stadt verwandelt sich in ein Lichtermeer, und an fast jeder Ecke duftet es nach Glühwein, Mandeln und Bratwurst. Der bekannteste Markt ist der Christkindlmarkt am Marienplatz – vor der Kulisse des neugotischen Rathauses und des riesigen Christbaums. Doch wer etwas weiter schaut, entdeckt echte Perlen: den Mittelaltermarkt am Wittelsbacherplatz, wo Met aus Tonkrügen getrunken wird, oder den Winterzauber im Werksviertel, der urbanes Flair mit Lagerfeuerstimmung kombiniert. Und auf dem Tollwood Winterfestival auf der Theresienwiese trifft Kultur auf Kunsthandwerk – mit Bio-Glühwein und internationalem Streetfood. Kurz gesagt: München kann mehr als nur traditionell.
Weihnachtsmarkt Highlight in München: Christkindlmarkt am Marienplatz
Wer in Bayern unterwegs ist, hat die Qual der Wahl: Fast jede Stadt und viele kleinere Orte feiern Weihnachten mit viel Herz und Tradition. Neben München lockt der Nürnberger Christkindlesmarkt, einer der berühmtesten weltweit – mit Zwetschgenmännla, Nürnberger Lebkuchen und dem Christkind als Gastgeberin. In Regensburg gibt es gleich mehrere Märkte – vom historischen Markt auf Schloss Thurn und Taxis bis zum Lucreziamarkt mit viel Kunsthandwerk. In Rothenburg ob der Tauber fühlt man sich im Reiterlesmarkt wie in einem Weihnachtsfilm, während in Bad Tölz oder Dinkelsbühl malerisches Ambiente auf bayerische Gemütlichkeit trifft. Jeder Markt hat seinen eigenen Charakter – und genau das macht das Adventsreisen durch Bayern so spannend.
Weihnachtsmarkt Highlight in Bayern: Nürnberger Christkindlesmarkt
In der Adventszeit verwandeln sich viele deutsche Städte in festliche Winterwunder. Nürnberg begeistert mit dem traditionsreichen Christkindlesmarkt, der mit seinem feierlichen Eröffnungsritual Besucher aus aller Welt anzieht. In Dresden lädt der historische Striezelmarkt – einer der ältesten Weihnachtsmärkte Europas – zu Glühwein und Stollen ein. Aachen lockt mit dem Duft frisch gebackener Printen, festlicher Beleuchtung und der imposanten Kulisse des Doms. Und in Rothenburg ob der Tauber wirkt die mittelalterliche Altstadt zur Weihnachtszeit wie direkt aus einem Märchenfilm.
Auch außerhalb Deutschlands gibt es jede Menge zauberhafte Weihnachtsmärkte für einen festlichen Kurztrip. In Straßburg – der selbsternannten „Hauptstadt der Weihnacht“ – erwarten Besucher über zehn verschiedene Märkte in der malerischen Innenstadt. Prag verzaubert mit einem Lichtermeer rund um den Altstädter Ring und einem märchenhaften Ambiente. Wien erstrahlt zwischen Barockfassaden, Schlössern und Lichterketten besonders elegant. Und in Kopenhagen wird der Tivoli-Vergnügungspark zur stimmungsvollen Winterwelt. Dank kurzer Flugzeiten oder direkter Bahnverbindungen sind diese Städte ideal für ein entspanntes Adventswochenende – meist mit zentral gelegenen Hotels in Laufnähe zu den schönsten Märkten.
Wer die Adventszeit zu zweit genießen möchte, findet in vielen Städten eine märchenhafte Kulisse. In Heidelberg sorgt der Blick aufs Schloss und die stimmungsvolle Beleuchtung für festliche Momente. Lübeck verzaubert mit seiner Altstadtinsel, die eine ganz eigene Atmosphäre schafft. Colmar begeistert mit bunten Fachwerkhäusern, engen Gassen und jeder Menge Weihnachtscharme. Kleine Boutiquehotels, gemütliche Restaurants und romantische Spazierwege machen den Aufenthalt besonders zauberhaft.
Die Tradition geht auf das späte Mittelalter zurück. Erste Formen von Märkten, die sich in der Vorweihnachtszeit etablierten, findet man schon seit dem 14. Jahrhundert. Beispiele: Der Bautzener Wenzelsmarkt soll schon 1384 stattgefunden haben, der Dresdner Striezelmarkt wird 1434 erstmals urkundlich erwähnt.
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